„Halbzeit Schülercoach!“ Drucken
Geschrieben von: Wolfram Jacobsen   
Donnerstag, den 11. April 2013 um 15:52 Uhr
 Neues von den Dinkelsbühler Schülercoaches:
 
„Halbzeit bei der 1. Generation Schülercoach!“
 
 
 Das Projekt „Schülercoach“ läuft nun schon seit eineinhalb Jahren an unserer Hans-von- Raumer-Mittelschule. Mit Schülern meiner 8.Klasse hat alles begonnen. Das Vorhaben ist auf drei Jahre angelegt. Wir haben gerade „Halbzeit“. Zeit also für eine Zwischenbilanz.
1. Wie verlief die erste Halbzeit?
 
1.1.  Zunächst fanden sich 15 Schülercoaches, die sich in einem Team monatlich zum Kennen- lernen, Erfahrungsaustausch und auch zur internen Fortbildung treffen. Aus ursprünglich acht Tandems mit Schülern meiner damaligen 7.Klasse sind inzwischen nach einigen Wechseln sechs Tandems übrig geblieben. Diese haben gute Aussichten, das Vorhaben bis zum Ende der 9.Klasse auch durchzuziehen. 
1.2.  Die betroffenen Hauptpersonen, die Schüler, bilanzieren unisono wie folgt: „Mein Schülercoach (SC) und ich haben gemeinsam viel Spaß. Etwa einmal pro Woche treffen wir uns ein bis zwei Stunden lang meistens bei ihm oder bei mir daheim. Wir spielen Brettspiele, basteln Geschenke an Weihnachten oder für Geburtstage. Wir gehen auch mal gemeinsam ins Cafe, telefonieren, schreiben uns SMS. Ich besuche meinen SC auch mal auf der Arbeit. Er besucht meine schulischen Veranstaltungen wie Weihnachtsfeier oder Schulfest. Er ist wie mein bester Freund. Wir gehen zusammen ins Kino oder Theater. Wir backen zusammen Kuchen oder gehen Schwimmen. Wir reden auch viel über meine Probleme zuhause oder in der Schule. Alles bleibt vertraulich unter uns. Ich weiß jetzt auch, wie ich meinen Eltern schlechte Noten am besten zeigen kann. Mein SC hat mir bisher sehr geholfen und seit Weihnachten habe ich mich in der Schule ganz arg verbessert. Meine Eltern halten sich aus dem Ganzen raus, denn es ist meine Sache. Meine Freunde fragen mich immer wieder, was das ist – ein SC. Und als ich ihnen das erklärt habe, haben sie gesagt, das sie das gut finden und auch einen SC haben wollen.“ 
1.3.  Ich selbst arbeite gerne von schulischer Seite hauptverantwortlich an dem Projekt mit und bilanziere vor allem als Klassenlehrer wie folgt: Für das ehrenamtliche Engagement der SC bin ich genauso dankbar wie über so viel Vertrauen bzw. Mut meiner Schüler, sich auf diesen Weg eingelassen zu haben und bei der Stange zu bleiben. Auch wenn wir noch keine „Brennpunktschule“ sind, ist der Bedarf an Schülercoaches auch bei uns enorm. Darum empfehle ich dieses Projekt weiter und mache gerne Werbung dafür. Das Ganze lohnt sich auch dann, wenn nur wenigen um nicht zu sagen einzelnen Jugendlichen so aus ihrer Orientierungslosigkeit heraus geholfen werden kann. 
 
2.        Wir werben um die „zweite Generation Schülercoaches in DKB  ...
(während die „erste Generation“ schon in die zweite Halbzeit geht...) !
 
2.1.  Kontakt-Aufnahme:
 
 
Wer Interesse hat, bei diesem Projekt mitzuwirken, nimmt gerne über das Sekretariat unserer Schule Kontakt mit mir auf!
Unsere Adresse:
Hans-von-Raumer-Mittelschule Dinkelsbühl, Wörter Str.12, 91550 DKB,
 
 
2.1. Zur Erinnerung : Was ist ein Schülercoach überhaupt ?
 
a)      Zuerst eine Abgrenzung:  Ein Schülercoch ist  K E I N .... 
-         zusätzlicher Elternteil, der elterliche Erziehungsmaßnahmen abnimmt bzw.
übernimmt und hier womöglich alles besser kann und weiß
-         zusätzlicher Lehrer, der so unterrichtet bzw. erzieht wie ein Schulpädagoge, nur               noch viel besser und weiser
-         verkappte Hausaufgabenbetreuung bzw. fachliche Nachhilfe
-         „Coach“ im Sinne von Vereinstrainer oder Ausbilder
-         ausgebildeter Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge mit Schwerpunkt Jugendarbeit               oder so ....
 
b)      Vielmehr:  Schülercoaches sind freundschaftliche Lebensbegleiter von Jugendlichen!    
      D.h.:
-         Jemand mit Lebenserfahrung und einem Herz für Jugendliche.
-         Er/Sie will für einen Jugendlichen ab der 7.Klasse eine Art Freund werden und ihn als Ansprechpartner sowie Lebenshelfer bis zum Schulabschluss begleiten.
-         In der 7.Klasse werden zunächst Tandems gebildet, in denen erst einmal zwischen SC und einem Schüler gegenseitiges Vertrauen wächst. Mit der Zeit lernt sozusagen auf Augenhöhe der eine vom anderen. Beide sind für die Gestaltung des Miteinanders gleich und selbst verantwortlich. In allem, was sie tun, sind sie völlig frei, ungebunden und unbefangen. Niemand redet den beiden drein!
-         In der 8.Klasse beschäftigt die Berufsorientierung immer mehr die beiden.
-         Und in der 9.Klasse wird dann sich auch immer intensiver mit dem Schulab- schluss beschäftigt. Mit dem Ziel: einander anschließend wieder loszulassen und den Jugendlichen selbstständig seinen weiteren Ausbildungsweg gehen zu lassen.
-         Eltern sowie Lehrkräfte halten sich bei diesem Schülercoach-Projekt völlig raus, stehen aber dem Ganzen selbstverständlich wohlwollend gegenüber. Sie werden auch in keiner Weise aus ihrer pädagogischen Verantwortung entlassen bzw. eingeschränkt. Ganz im Gegenteil!
-         Die Orientierungshilfe durch die SC wird als zusätzliche, sinnvolle Hilfe zu dem verstanden, was Eltern, Lehrkräfte sowie viele andere außerschulische Förderer von Haus aus schon im Alltag mit ihren Schützlingen tun.
-     Nicht mehr, aber auch nicht weniger...
 
In diesem Sinne:  „Auf in die zweite Halbzeit!“ ...
-         auf dass das Projekt Schülercoach in Dinkelsbühl zum „Evergreen“ werde!
 
 
 
 
 
 
Wolfram Jacobsen
 
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 11. April 2013 um 16:01 Uhr